Der Corona-Blog

Covid-19 hat viele Menschen in den Bann gezogen. Gesundheitlich weit weniger als emotional und mental. Dieses in den Bann Ziehen ging an Wissenschaftlern nicht vorbei. Dieser Blog beschreibt die Aktivitäten verschiedener Wissenschaftler aus dem Bereich der Volkswirtschaftslehre, Ökonometrie, Virologie und Physik, die gemeinsam versuchen, die Entwicklung von Covid-19 in Deutschland greifbar zu machen. Viel wurde erreicht, noch viel mehr bleibt jedoch noch zu verstehen. Die wissenschaftlichen Fachartikel zu diesem Blog finden sich auf einer anderen Seite.

Das große Zahlenmissverständnis – Einschätzung vom 10. Januar

[mit Dr. Constantin Weiser] Gegenwärtig sind nicht nur in Deutschland, sondern auch europa- und weltweit die CoV2-Infektionszahlen, die Zahl der schwer Erkrankten und die Zahl der mit Covid-assoziierten Todesfälle schwindelerregend hoch. Es steht außer Zweifel, dass diese Zahlen durch geeignete Maßnahmen, wie Kontaktbeschränkungen, zu reduzieren sind. Gleichzeitig ist es von Bedeutung, die Infektionskennzahlen und deren Interpretation in der öffentlichen Diskussion zu hinterfragen. Dieses Hinterfragen geschieht im öffentlichen Diskurs zur Zeit nicht. Dieses Nicht-Hinterfragen ist aktuell kein Problem, kann aber in wenigen Wochen zu einem großen Problem werden. Hier unsere zentrale Aussage:

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Einordnung von CoV-2 Infektionen und Covid-19 in Deutschland: Einschätzung vom 30. Dezember

[gemeinsam mit Bodo Plachter und Felix Schulz] Die vorliegende Einschätzung verfolgt das Ziel, zum einen alle öffentlich verfügbaren Daten zum aktuellen Pandemieverlauf vorzustellen, zum anderen aber ebenfalls, diese etwas einzuordnen. Um die verfügbaren Daten zu strukturieren beginnen wir erst mit einer einfachen Darstellung des möglichen Verlaufs einer Covid-19 Erkrankung. Danach werden die Daten vorgestellt und eingeordnet.[1] Abschließend wird ein Ausblick auf die für die kommenden Monate zu erwartenden gesundheitspolitischen Maßnahmen gegeben.

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Einführung in die Covid-19 Forschung aus gesundheitsökonomischer Sicht – Vorlesungen von Anfang Dezember

Wie vorher beschrieben, dient dieser Blog auch der Lehre. Seit letzter Woche stehen drei Vorlesungsmitschnitte über die Covid-19 Forschung auf youTube zur Verfügung. Die dazugehörigen Folien sind ebenfalls öffentlich. Es werden statistische Grundlagen, epidemiologische Modelle, deren Anwendung für die Prognose und Evaluationsstudien vorgestellt. Die Auswirkungen von Covid-19 auf die Ökonomie wird ebenfalls kurz behandelt.

Die Wirksamkeit von Masken – Ergänzung vom 14. Dezember

Die Wissenschaft findet nie ein Ende. Wie geht es weiter mit Evaluationsstudien? Uns wurde häufig die Frage gestellt, ob denn die Effekte von Masken von anderen Maßnahmen unterschieden werden können. Deswegen haben wir „Figure S2“ im Anhang zu unserer PNAS Veröffentlichung erstellt. Die Frage ist, wie trennen wir Effekte vorheriger Maßnahmen von den Maskeneffekten? Und: zahlen sich die vorherigen Maßnahmen auch aus? „Do earlier measures pay off and where is the effect?” Hier ist meine Antwort.

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Die Maskenstudie – seit 3. Dezember veröffentlicht – Einschätzung vom 13. Dezember

[mit Timo Mitze, Reinhold Kosfeld und Johannes Rode] Wissenschaftliches Arbeiten besteht mindestens aus 2 Stufen – das Forschen selbst und das Veröffentlichen. Vor dem Veröffentlichen steht ein Begutachtungsprozess, der je nach Qualität der wissenschaftlichen Zeitschrift mehr oder weniger anspruchsvoll ist. In jedem Fall dient die Begutachtung dazu, die eigene Arbeit anonym durch Kolleginnen und Kollegen überprüfen zu lassen. Unsere Maskenstudie ist inzwischen in den Proceedings of the National Academy of Science (PNAS) veröffentlicht. Wir freuen uns natürlich, dass unsere Arbeit in einer weltweit führenden Zeitschrift zur Veröffentlichung angenommen wurde. Schenkt man Kenngrößen Glauben, welche die erzeugte Aufmerksamkeit (in unterschiedlichen Dimensionen) zusammenfassen, hätten wir über die Qualität der Zeitschrift hinausgehend (und mit Bitte um etwas Nachsicht ob Freude und Stolz bis Eitelkeit) sogar etwas Ähnliches wie einen „wissenschaftlichen Welthit“.

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Eine Zusammenfassung für die Lehre – Kurz vor dem Wintersemester am 22. Oktober

Dieser Blog startete ursprünglich mit der Idee, die Entwicklung der Covid-19 Epidemie in Deutschland so darzustellen, dass sie für Studierende und Alumnis eines Tages gut nachvollziehbar ist. Die Darstellung wurde auch mit dem Ziel erstellt, in die Lehre einfließen zu können. Nun, es ist so weit. Das Wintersemester naht, die Lehre startet, die Einträge sind viel mehr geworden als geplant, Covid-19-20-21 kam, um zu bleiben. Hier ist nun eine Auflistung von Einträgen, welche in der Lehre Verwendung finden werden.

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Bitte korrigiert die Testverzerrung in CoV-2 Infektionszahlen – Einschätzung vom 21. Oktober

Gesundheitspolitische Maßnahmen werden mit der Anzahl der SARS-CoV-2 Neuinfektionen begründet. Unterschiedliche Gründe für Testungen auf CoV-2 Infektionen verzerren jedoch die bestätigte Anzahl der Neuinfektionen. Damit spiegelt diese täglich verkündete Kenngröße den tatsächlichen Verlauf einer Epidemie nur unzureichend wieder. Wir alle schauen auf eine Uhr, obwohl wir wissen, dass sie falsch geht. Schwellenwerten von z.B. 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner über die letzten 7 Tage, die vor wenigen Monaten noch sinnvoll waren, fehlt heute eine gute Grundlage und sollten nicht mehr verwendet werden. Gibt es eine Uhr, die genauer geht? Der Rest steht auf der Ökonomenstimme.

Der Einschätzung liegt ein wissenschaftliches Papier zugrunde. Zu letzterem gibt es auch ein Vortragsvideo (auf Englisch).

Wo stehen wir? Einschätzung vom 16. September

Vor wenigen Tagen hielt ich einen Vortrag über unsere aktuelle Covid-Forschung. Viel ist verstanden, alle warten auf den Impfstoff, was bleibt noch zu verstehen? Dies ist in den Folien zum Vortrag hoffentlich ausreichend ersichtlich.

Unsere Maskenstudie ist inzwischen ein "revise & resubmit" in einer sehr angesehenen internationalen Zeitschrift. Dies ist sicher ein Signal, dass wir sehr sorgfältig gearbeitet haben. Man soll allerdings wie immer den Tag nicht vor dem Abend loben, also warten wir ab.

(Kein) Grund zur Beunruhigung? Einschätzung vom 17. August

Die Einschätzung der aktuellen Lage fällt nicht sonderlich schwer. Beim Urlaubscheck schrieben wir, dass der Urlaubsverkehr plus die Schulöffnungen u.U. zu steigenden Infektionszahlen führen. Nun steigen die Infektionszahlen. Eigentlich nicht verwunderlich. Ist das ein Grund zur Sorge? Ganz zu Beginn dieses Blogs wurden mehrmals Wahrscheinlichkeiten angegeben, sich zu infizieren. Andere Darstellungen waren die Gruppengrößen – wie groß ist eine Gruppe, innerhalb derer sich im Schnitt pro Tag eine Person infiziert? Nun stellen wir eine ähnliche Überlegung an zur Beantwortung der Frage, ob man sich aktuell Sorgen machen muss. Die Antwort wird sein: Solange es weniger als 2842 Neuinfektionen pro Tag sind, muss man weiterhin vorsichtig sein, Abstand wahren, Mund-Nase-Schutz tragen, bei Symptomen zuhause bleiben, Testpflicht nachkommen, Quarantäne einhalten, den allgemeinen Regelungen Folge leisten, aber es gibt keinen wirklichen Grund zur Sorge. Woher kommt diese Aussage?

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Nachtrag zu unserer Maskenstudie – Einschätzung vom 16. August

[mit Timo MitzeReinhold Kosfeld und Johannes Rode] Unsere Maskenstudie hat zu einem Echo geführt, das für uns alle positiv überraschend bis teilweise überwältigend war. Es gab Medienreaktionen und Nachfragen aus den USA, Großbritannien (Seite 1 Artikel in The Times), Niederlande und im wesentlichen „alle Medien“ in Deutschland. Weiterhin haben wir uns über eine Vielzahl an individuellen Anfragen verschiedener Menschen gefreut. Sie haben uns teilweise auch geholfen, unsere Studie zu verbessern. Dafür herzlichen Dank. Wir konnten aber nicht alle Anfragen individuell beantworten und haben deswegen hier Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen zusammengestellt. Diese verschicken wir auch ab und zu per Email.

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