Der Corona-Blog

Covid-19 hat viele Menschen in den Bann gezogen. Gesundheitlich weit weniger als emotional und mental. Dieses in den Bann Ziehen ging an Wissenschaftlern nicht vorbei. Dieser Blog beschreibt die Aktivitäten verschiedener Wissenschaftler aus dem Bereich der Volkswirtschaftslehre, Ökonometrie, Virologie und Physik, die gemeinsam versuchen, die Entwicklung von Covid-19 in Deutschland greifbar zu machen. Viel wurde erreicht, noch viel mehr bleibt jedoch noch zu verstehen. Die wissenschaftlichen Fachartikel zu diesem Blog finden sich auf einer anderen Seite.

Lehren aus den Evaluationsprojekten – Einschätzung vom 30. Mai 2021

Nach dem Vorstellen der Evaluationsergebnisse für Augustusburg und Tübingen stellte sich die Frage nach den Lehren für zukünftige Modellprojekte. Die unten folgenden Fragen stammen von Ingolf Rosendahl, Freie Presse. Die Antworten erschienen in leicht angepasster Form in der Freien Presse.

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Leuchtendes Beispiel Augustusburg? Unsere Evaluationsergebnisse

[mit Marc Diederichs,Timo Mitze und Felix Schulz] Wie vor etwa 2 Monaten angekündigt, startete Augustusburg am Gründonnerstag den 1. April einen Modellversuch zu Öffnungsstrategien verbunden mit Schnelltests. Dazu liegt nun ein Zwischenbericht unserer Evaluation vor. Die Ergebnisse sind in Kürze zusammengefasst:

  • Die Datenqualität auf Gemeindeebene erscheint geringer als die Datenqualität auf Landkreisebene.
  • Individualdaten von Theed erlauben eine sehr detaillierte Analyse.
  • Es gab so gut wie keine Effekte des Modellprojekts auf die Infektionszahlen.
  • Es gibt aus unserer Sicht keine Begründung für die Beendigung des Modellversuchs durch das Bundesinfektionsschutzgesetz vom 23. April.

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Modellversuch Tübingen – unsere Evaluationsergebnisse

[mit Marc Diedrichs, Peter Kremsner, Timo Mitze, Gernot Müller, Dominik Papies und Felix Schulz] Trotz der zentralen Rolle, die das Testen in der Bekämpfung der Pandemie eingenommen hat, gibt es bisher kaum empirische Evidenz zu der Frage, ob flächendeckendes Testen und insbesondere der Einsatz von einfachen Schnelltests zur Eindämmung der Pandemie beitragen kann. Erlaubt am Ende flächendeckendes Testen, auf restriktive Lockdown-Maßnahmen zu verzichten? Können Schnelltests einen Lockdown zumindest teilweise ersetzen?

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Evaluation des Modellversuchs in Augustusburg und Oberwiesenthal

[mit Timo Mitze] Nach gut einem Jahr verpasster Zeit starten nun endlich erste Modellversuche in Deutschland. Diese ergründen Infektionskanäle in der Öffentlichkeit in viel größerem Detail als es bisher möglich war. Wir begleiten die Stadt Augustusburg in ihrem Modellversuch und evaluieren ihn.

Die Grundlagen dazu sind hier beschrieben, die auf der Pressekonferenz vom 29. März verwendeten Folien sind ebenfalls erhältlich. Ein Teil der Pressekonferenz wurde auch aufgezeichnet.

Reaktionen auf den Modellversuch reichen von "unverantwortlich" bis "absolut überfällig". Wir sind uns des Ernstes der aktuellen epidemiologischen Lage bewusst. Trotz der aktuellen Situation, oder vielleicht wegen der aktuellen Situation sind Modellversuche wie diese sehr notwendig. Sie erzeugen Hoffnung.

Zur dritten Welle in Deutschland. Einschätzung vom 29. März

[mit Felix Schulz] Die Infektionszahlen steigen seit Mitte Februar wieder an. In der allgemeinen Wahrnehmung wird dies der Mutante aus Großbritannien zugeschrieben. Es könnte auch an verstärkter Mobilität und mehr sozialen Kontakten aufgrund der warmen Wetterphase Ende Februar Anfang März gelegen haben. Die Anzahl der Schnelltests nimmt auch zu, leider ohne repräsentative statistische Erfassung der Anzahl der Tests. All dies führt zu mehr gemeldeten Infektionen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Seit Mitte März steigt auch die Anzahl der Covid-19 Patienten auf den Intensivstationen wieder an. Ob es nun an Mutanten, Kontakten oder Tests liegt, wenn die Anzahl der Covid-19 Patienten in intensivmedizinischer Behandlung steigt (und die medizinisch-klinische Entscheidung, wer auf Intensivstationen verlegt wird, sich über die Zeit nicht geändert hat), dann besteht kein Zweifel, es liegt eine dritte Welle vor.

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Ist wissenschaftliches Arbeiten sinnlos oder absolut sinnlos? Einschätzung vom 24. Februar

[mit Felix Schulz] Stellen wir uns idealistische Wissenschaftler vor, die versuchen, politischen Entscheidungsträgern Informationen an die Hand zu geben, wie ideal bis optimal auf epidemiologische Umstände reagiert werden könnte. Die Öffentlichkeit bemängelt, es gäbe immer noch nicht genügend Information zu Infektionskanälen (Antwort gab es schon am 4. Mai 2020). Die Öffentlichkeit macht sich Sorgen um die Mutante aus Großbritannien, politische EntscheidungsträgerInnen fordern Stufenpläne. Nichts einfacher als das.

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Masken und verzerrte Infektionszahlen

Unsere Maskenstudie (mit Timo Mitze, Reinhold Kosfeld und Johannes Rode) wurde nun auch von der Deutschen Welle in einem englischsprachigen Beitrag aufgegriffen. Das darin enthaltene Interview behandelt auch aktuelle Fragen der Pandemie, vor allem die Verzerrung von Infektionszahlen und der unverzerrte und damit sehr informative Charakter von Zahlen zur Belegung von Intensivbetten und Todesfällen.

Aktuell beschäftigen wir uns mit der Auswirkung der Mutante aus Großbritannien. Wir hoffen, in Kürze Ergebnisse präsentieren zu können.

Ein einfaches Beispiel warum CoV-2 Infektionszahlen nicht informativ sind – Einschätzung vom 19. Januar 2021

[mit Thorsten Schank] Gegeben die öffentliche Diskussion um die Datenlage in Deutschland (siehe z.B. tagesschau.de, Gérard Krause oder FAZ) stellen wir hier ein einfaches Beispiel vor, das veranschaulicht, wieso die Entwicklung von CoV-2 Infektionszahlen (siehe Dashboard-RKI, dort irrtümlich Covid-19-Fälle genannt) kein guter Indikator für die epidemiologische Lage ist. Wir stellen erst das Beispiel vor und wenden es dann auf die bestätigten CoV-2 Infektionszahlen an.

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Das große Zahlenmissverständnis – Einschätzung vom 10. Januar

[mit Dr. Constantin Weiser] Gegenwärtig sind nicht nur in Deutschland, sondern auch europa- und weltweit die CoV2-Infektionszahlen, die Zahl der schwer Erkrankten und die Zahl der mit Covid-assoziierten Todesfälle schwindelerregend hoch. Es steht außer Zweifel, dass diese Zahlen durch geeignete Maßnahmen, wie Kontaktbeschränkungen, zu reduzieren sind. Gleichzeitig ist es von Bedeutung, die Infektionskennzahlen und deren Interpretation in der öffentlichen Diskussion zu hinterfragen. Dieses Hinterfragen geschieht im öffentlichen Diskurs zur Zeit nicht. Dieses Nicht-Hinterfragen ist aktuell kein Problem, kann aber in wenigen Wochen zu einem großen Problem werden. Hier unsere zentrale Aussage:

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