Der Corona-Blog

Covid-19 hat viele Menschen in den Bann gezogen. Gesundheitlich weit weniger als emotional und mental. Dieses in den Bann Ziehen ging an Wissenschaftlern nicht vorbei. Dieser Blog beschreibt die Aktivitäten verschiedener Wissenschaftler aus dem Bereich der Volkswirtschaftslehre, Ökonometrie, Virologie und Physik, die gemeinsam versuchen, die Entwicklung von Covid-19 in Deutschland greifbar zu machen. Viel wurde erreicht, noch viel mehr bleibt jedoch noch zu verstehen. Die wissenschaftlichen Fachartikel zu diesem Blog finden sich auf einer anderen Seite.

Ist wissenschaftliches Arbeiten sinnlos oder absolut sinnlos? Einschätzung vom 24. Februar

[mit Felix Schulz] Stellen wir uns idealistische Wissenschaftler vor, die versuchen, politischen Entscheidungsträgern Informationen an die Hand zu geben, wie ideal bis optimal auf epidemiologische Umstände reagiert werden könnte. Die Öffentlichkeit bemängelt, es gäbe immer noch nicht genügend Information zu Infektionskanälen (Antwort gab es schon am 4. Mai 2020). Die Öffentlichkeit macht sich Sorgen um die Mutante aus Großbritannien, politische EntscheidungsträgerInnen fordern Stufenpläne. Nichts einfacher als das.

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Masken und verzerrte Infektionszahlen

Unsere Maskenstudie (mit Timo Mitze, Reinhold Kosfeld und Johannes Rode) wurde nun auch von der Deutschen Welle in einem englischsprachigen Beitrag aufgegriffen. Das darin enthaltene Interview behandelt auch aktuelle Fragen der Pandemie, vor allem die Verzerrung von Infektionszahlen und der unverzerrte und damit sehr informative Charakter von Zahlen zur Belegung von Intensivbetten und Todesfällen.

Aktuell beschäftigen wir uns mit der Auswirkung der Mutante aus Großbritannien. Wir hoffen, in Kürze Ergebnisse präsentieren zu können.

Ein einfaches Beispiel warum CoV-2 Infektionszahlen nicht informativ sind – Einschätzung vom 19. Januar 2021

[mit Thorsten Schank] Gegeben die öffentliche Diskussion um die Datenlage in Deutschland (siehe z.B. tagesschau.de, Gérard Krause oder FAZ) stellen wir hier ein einfaches Beispiel vor, das veranschaulicht, wieso die Entwicklung von CoV-2 Infektionszahlen (siehe Dashboard-RKI, dort irrtümlich Covid-19-Fälle genannt) kein guter Indikator für die epidemiologische Lage ist. Wir stellen erst das Beispiel vor und wenden es dann auf die bestätigten CoV-2 Infektionszahlen an.

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Das große Zahlenmissverständnis – Einschätzung vom 10. Januar

[mit Dr. Constantin Weiser] Gegenwärtig sind nicht nur in Deutschland, sondern auch europa- und weltweit die CoV2-Infektionszahlen, die Zahl der schwer Erkrankten und die Zahl der mit Covid-assoziierten Todesfälle schwindelerregend hoch. Es steht außer Zweifel, dass diese Zahlen durch geeignete Maßnahmen, wie Kontaktbeschränkungen, zu reduzieren sind. Gleichzeitig ist es von Bedeutung, die Infektionskennzahlen und deren Interpretation in der öffentlichen Diskussion zu hinterfragen. Dieses Hinterfragen geschieht im öffentlichen Diskurs zur Zeit nicht. Dieses Nicht-Hinterfragen ist aktuell kein Problem, kann aber in wenigen Wochen zu einem großen Problem werden. Hier unsere zentrale Aussage:

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Einordnung von CoV-2 Infektionen und Covid-19 in Deutschland: Einschätzung vom 30. Dezember

[gemeinsam mit Bodo Plachter und Felix Schulz] Die vorliegende Einschätzung verfolgt das Ziel, zum einen alle öffentlich verfügbaren Daten zum aktuellen Pandemieverlauf vorzustellen, zum anderen aber ebenfalls, diese etwas einzuordnen. Um die verfügbaren Daten zu strukturieren beginnen wir erst mit einer einfachen Darstellung des möglichen Verlaufs einer Covid-19 Erkrankung. Danach werden die Daten vorgestellt und eingeordnet.[1] Abschließend wird ein Ausblick auf die für die kommenden Monate zu erwartenden gesundheitspolitischen Maßnahmen gegeben.

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Einführung in die Covid-19 Forschung aus gesundheitsökonomischer Sicht – Vorlesungen von Anfang Dezember

Wie vorher beschrieben, dient dieser Blog auch der Lehre. Seit letzter Woche stehen drei Vorlesungsmitschnitte über die Covid-19 Forschung auf youTube zur Verfügung. Die dazugehörigen Folien sind ebenfalls öffentlich. Es werden statistische Grundlagen, epidemiologische Modelle, deren Anwendung für die Prognose und Evaluationsstudien vorgestellt. Die Auswirkungen von Covid-19 auf die Ökonomie wird ebenfalls kurz behandelt.

Die Wirksamkeit von Masken – Ergänzung vom 14. Dezember

Die Wissenschaft findet nie ein Ende. Wie geht es weiter mit Evaluationsstudien? Uns wurde häufig die Frage gestellt, ob denn die Effekte von Masken von anderen Maßnahmen unterschieden werden können. Deswegen haben wir „Figure S2“ im Anhang zu unserer PNAS Veröffentlichung erstellt. Die Frage ist, wie trennen wir Effekte vorheriger Maßnahmen von den Maskeneffekten? Und: zahlen sich die vorherigen Maßnahmen auch aus? „Do earlier measures pay off and where is the effect?” Hier ist meine Antwort.

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Die Maskenstudie – seit 3. Dezember veröffentlicht – Einschätzung vom 13. Dezember

[mit Timo Mitze, Reinhold Kosfeld und Johannes Rode] Wissenschaftliches Arbeiten besteht mindestens aus 2 Stufen – das Forschen selbst und das Veröffentlichen. Vor dem Veröffentlichen steht ein Begutachtungsprozess, der je nach Qualität der wissenschaftlichen Zeitschrift mehr oder weniger anspruchsvoll ist. In jedem Fall dient die Begutachtung dazu, die eigene Arbeit anonym durch Kolleginnen und Kollegen überprüfen zu lassen. Unsere Maskenstudie ist inzwischen in den Proceedings of the National Academy of Science (PNAS) veröffentlicht. Wir freuen uns natürlich, dass unsere Arbeit in einer weltweit führenden Zeitschrift zur Veröffentlichung angenommen wurde. Schenkt man Kenngrößen Glauben, welche die erzeugte Aufmerksamkeit (in unterschiedlichen Dimensionen) zusammenfassen, hätten wir über die Qualität der Zeitschrift hinausgehend (und mit Bitte um etwas Nachsicht ob Freude und Stolz bis Eitelkeit) sogar etwas Ähnliches wie einen „wissenschaftlichen Welthit“.

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Eine Zusammenfassung für die Lehre – Kurz vor dem Wintersemester am 22. Oktober

Dieser Blog startete ursprünglich mit der Idee, die Entwicklung der Covid-19 Epidemie in Deutschland so darzustellen, dass sie für Studierende und Alumnis eines Tages gut nachvollziehbar ist. Die Darstellung wurde auch mit dem Ziel erstellt, in die Lehre einfließen zu können. Nun, es ist so weit. Das Wintersemester naht, die Lehre startet, die Einträge sind viel mehr geworden als geplant, Covid-19-20-21 kam, um zu bleiben. Hier ist nun eine Auflistung von Einträgen, welche in der Lehre Verwendung finden werden.

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Bitte korrigiert die Testverzerrung in CoV-2 Infektionszahlen – Einschätzung vom 21. Oktober

Gesundheitspolitische Maßnahmen werden mit der Anzahl der SARS-CoV-2 Neuinfektionen begründet. Unterschiedliche Gründe für Testungen auf CoV-2 Infektionen verzerren jedoch die bestätigte Anzahl der Neuinfektionen. Damit spiegelt diese täglich verkündete Kenngröße den tatsächlichen Verlauf einer Epidemie nur unzureichend wieder. Wir alle schauen auf eine Uhr, obwohl wir wissen, dass sie falsch geht. Schwellenwerten von z.B. 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner über die letzten 7 Tage, die vor wenigen Monaten noch sinnvoll waren, fehlt heute eine gute Grundlage und sollten nicht mehr verwendet werden. Gibt es eine Uhr, die genauer geht? Der Rest steht auf der Ökonomenstimme.

Der Einschätzung liegt ein wissenschaftliches Papier zugrunde. Zu letzterem gibt es auch ein Vortragsvideo (auf Englisch).